Zug zu den Sternen

H. Michael Schlegel
Zug zu den Sternen
Kennen Sie “Star Trek” wirklich?
132 Seiten, Broschur, mit 28 Abbildungen
EUR(D) 14,90, EUR(A) 15,50, sFr 28,50 (jeweils UPE)
1. Auflage 1998
ISBN 3-89048-312-7

Die Wahrheit über “Raumschiff Enterprise”. Ursprüngliche Absichten und Machenschaften der Quotenjäger
McCoy war nie eine “Pille” – Spock ist kein “Spitz”- oder “Langohr” – und das Liebesleben der Vulkanier ist keineswegs so peinlich, dass es vertuscht werden muss. So aber passiert – bei der Erstsynchronisation von “Star Trek” in Deutschland. Was da teilweise in den Siebzigern – und auch noch heute – unter dem Titel “Raumschiff Enterprise” über die Mattscheibe flimmert(e), lag nie und nimmer im Interesse von Gene Roddenberry, dem geistigen Vater der Serie. Tatsächlich existiert sogar eine Folge, die in “Fernseh-Deutschland” “nie ein Mensch zuvor gesehen hat …”
Das Potenzial der classics hat man selbst hier mittlerweile erkannt. Zu Produktionszeiten jedoch, Ende der sechziger Jahre, war die Serie im Herkunftsland Amerika ein Flop – erst zahlreiche Wiederholungen in noch zahlreicheren Regionalprogrammen verhalfen der Serie zu der Popularität, die sie heute auf der ganzen Welt genießt.
Das vorliegende Buch erforscht Anspruch und Absicht der Originalversion: Dabei werden Voraussetzungen und Gegebenheiten des Produktionsablaufs vorgestellt. Der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaftler H. Michael Schlegel analysiert weiterhin erstmals das Gros der entstandenen sequels unter verschiedenen Gesichtspunkten und klassifiziert die Kombination von Science-Fiction-Elementen mit anderen, genre-übergreifenden Komponenten: So kann es durchaus passieren, dass zum Beispiel LazarusMacbeth, die Clantons oder Jack the Ripper auf den “Zug zu den Sternen” aufspringen …
Außerdem debütiert Schlegel mit seinen Untersuchungen zu den fehlenden Sequenzen der Episode “Weltraumfieber”, die in Deutschland arg verstümmelt wurde, und stellt die Idee der Ursprungsversion “Amok Time” vor. “Premiere” haben ebenfalls seine differenzierten Ausführungen zur wohl umstrittensten Folge “Patterns of Force”
Im Dschungel der “Star Trek”-Literatur besticht dieses Buch durch sorgfältige Recherche und analytische Kraft, die dem Leser verschiedene Zugänge zum facettenreichen Phänomen “Star Trek” ermöglichen. Systematisch spannt der Autor einen Bogen von elementaren SF-Grundkenntnissen hin zu detaillierten “Star Trek”-Informationen: Das Buch ist somit für Einsteiger und Insider gleichermaßen geeignet.

Inhalt

Vorwort und Danksagung
1. Einleitung
2. Theoretisch-Reflektierender Teil
2.1. Zeitliche Fixierung genre-gerechter Definitionen: Differenzen und Parallelen zur Serie Star Trek
2.1.1. Der Science Fiction-Film: Ansätze zur Begriffsbestimmung
2.1.2. Theoretische Einordnung der Serie Star Trek
2.2. Übersicht zu den technischen Grundlagen bei Star Trek
2.2.1. Vorwort; Ermittlung der wichtigsten technischen Rahmenbedingungen 
2.2.2. Zur Qualität fiktionaler Ausprägungen
2.3. Zum Aufbau und Ausbau der die Serie tragenden Charaktere unter Berücksichtigung produktionseinleitender bzw. produktionsbegleitender Faktoren
2.3.1. Zur Person Gene Roddenberrys: Von der ideellen Konzeption zur ersten Star Trek-Realisierung
2.3.2. Der erste Pilotfilm “The Cage”
2.3.3. Der zweite Pilotfilm “Where No Man Has Gone Before”
2.3.4. Der letzte Schritt zur Serienreife
2.3.5. Charakterskizzen der Hauptakteure
2.3.5.1. Das Triumvirat
2.3.5.2. Weitere Hauptpersonen
2.3.6. Zur Interaktion des Triumvirats
2.3.7. Zur Entwicklung der Hauptcharaktere: Kompetenzbereiche von Drehbuchautoren und verantwortlichen Produzenten
2.3.8. Zur Position des Regisseurs
3. Deskriptiv-Untersuchender Teil
3.1. Zu den Ausprägungen der variablen Gestaltungsebene
3.1.1. Charakterstudien 
3.1.2. Polizeiaktionen 
3.1.3. Bezugnehmende und zukunftsorientierte Episoden 
3.1.3.1. Bezugnehmende Episoden 
3.1.3.1.1. Adaptionen literarischer Vorbilder
3.1.3.1.2. Adaptionen filmischer Vorläufer
3.1.3.1.3. Hommagen
3.1.3.1.4. Parabeln
3.1.3.1.5. Zeit- und sozialkritische Folgen
3.1.3.1.6. Hommagen an erdgeschichtliche Epochen und retrospektive Zeitsprünge; Star Trek als mögliches Vorbild für spätere Spielfilmproduktionen
3.1.3.2. Zukunftsorientierte Folgen
3.1.3.2.1. Vorstellung fiktiver Techniken
3.1.3.2.2. Mšgliche naturwissenschaftliche Phänomene
3.1.3.2.3. Mögliche gesellschaftliche Entwicklungen
3.1.4. Science Fiction-Folgen ohne direkten Bezug
3.2. Kombination von Elementen der variablen Gestaltungsebene
3.2.1. Kombination aller vier Kategorien in der Episode “Horta rettet ihre Kinder”
3.2.2. Kombination von “Polizeiaktion”, “Vorstellung fiktiver Techniken” und “Adaptionen literarischer Vorbilder” in der Episode “Landru und die Ewigkeit”; Verallgemeinerung
3.3. Zusammenfassung und Überleitung
4. Fokussierend-Untersuchender Teil
4.1. Allgemeine Ausstrahlungsmodalitäten in den USA
4.2. Allgemeine Ausstrahlungsmodalitäten in Deutschland
4.2.1. Mögliche Gründe der episodenspezifischen Selektion; Angleichungen, Änderungen und Kürzungen
4.2.2. Vergleich der Originalfassung “Amok Time” mit der deutsch-synchronisierten Version “Weltraumfieber” im Hinblick auf die Ausprägungen eines Filmgesamtverständnisses
4.2.2.1. Inhaltswiedergabe der deutsch-synchronisierten Version
4.2.2.2. Sensibilisierung: Tabellarische Auflistung und Auswertung der aus der Originalversion entfernten Szenen
4.2.2.3. Vorstellung und Auswertung der wichtigsten veränderten Textpassagen und Dialogsequenzen
4.2.2.4. Zur Abtrennung eines weiteren Handlungsstranges; Fazit/Verallgemeinerung
Exkurs: Abriß zu Daten und Senderechten der Serie Raumschiff Enterprise in Deutschland von 1973 bis 1996
4.3. Zur Sonderstellung der Episode “Patterns of Force” (“Schablonen der Gewalt”) in Deutschland
4.3.1. Zur Existenz einer deutsch-synchronisierten Fassung
4.3.2. Zum Inhalt der Folge “Schablonen der Gewalt”
4.3.3. Einbeziehung sekundärer Quellen und eigene Stellungnahme
5. Schlußbetrachtung
6. Filmographie/Literaturverzeichnis
6.1. Primäre Quellen 
6.2. Sekundäre Literatur 
Nachwort von Lutz Dieckmann