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Komm.strategien

Jacek Rzeszotnik
Literarische Kommunikationsstrategien
Zum Bestsellerroman und dessen Autoren in der zweiten Hälfte des 19. und des 20. Jahrhunderts am Beispiel von Karl May und Johannes Mario Simmel
252 Seiten, Broschur
EUR(D) 35,90, EUR(A) 37,50, sFr 65,-- (jeweils UPE)
1. Auflage 2000
ISBN 3-89048-318-6


Bestseller sind Bücher, die über einen kürzeren oder längeren Zeitraum überdurchschnittliche Verkaufserfolge erzielen. Sie bilden inzwischen einen festen Bestandteil der literarischen Landschaft. Einen hohen Anteil am "Bestsellerausstoß" hat hierbei die Unterhaltungsliteratur, denn sie stellt leicht aktualisierbare Rezeptionsvorlagen als leserverhaltenssteuernde Darstellungsschemata bereit. Die Verwirklichung ihres wirkungsästhetischen Programms erfolgt über den Einsatz von Textstrategien, die man als "literarische Kommunikationsstrategien" apostrophieren kann - sie strukturieren den Textfluss, indem sie ihn wirklungsintentional aufgliedern.
Das Hauptanliegen der Studie ist das Aufweisen der Existenz und Applikation vergleichbarer (wenn nicht identischer) literarischer Kommunikationsstrategien im Unterhaltungsroman des 19. und 20. Jahrhunderts anhand ausgewählter Werke von zwei anerkannten Galionsfiguren dieser Literatursparte: Karl May und Johannes Mario Simmel. Die Arbeit versucht einen Antwort auf die Frage zu geben, ob sich im letzten Jahrhundert auf dem Bestsellergebiet ein erkennbarer textinterner Strukturwandel vollzogen hat.


Inhalt

Vorbemerkungen
I. Curriculum Vitae als Paradigma: Lebens- und Schaffens-
modalitäten zweier Klassiker der Unterhaltungsliteratur
1. Karl May: Der Träumer und „Rausch-Künstler“
2. Johannes Mario Simmel: Der Planer und Konstrukteur
II. Kommunikative Tiefenstruktur unterhaltender Texte
1. Zur spieltypischen Dreigliedrigkeit unterhaltender Texte
2. Dialektik von Sicherheitsgefühl und Affektbedürfnis
3. Wirkungsintentionalität der Unterhaltungsliteratur
3.1. Erzeugung von Spannung
3.1.1. Handlungsbedingte Spannungserzeugung
3.1.1.1. Bekannte Personen
3.1.1.2. Unbekannte Personen
3.1.1.3. Unbekannte Räume
3.1.1.4. Zunächst nicht zu bewältigende Gegenstände
3.1.1.5. Zunächst unerklärliche (nicht rational fassbare situative)
Bedrohungen
3.1.2. Lesererfahrungshorizontbezogene Spannungserzeugung
3.1.2.1. Transzendente Gefahrenquellen
3.1.2.2. Empirische Gefahrenquellen
3.2. Erzeugung von Rührung
3.2.1. Abrupte Unglücksfälle
3.2.2. Eskalierende Unglücksfälle
3.3. Erzeugung von Lachen (Komik)
3.3.1. Wortkomik
3.3.2. Situationskomik
3.3.3. Charakterkomik
4. Wirkungsbedingte Textstrategien
4.1. Primäre Phase
4.1.1. Strategie der Affirmation
4.1.1.1. Situative Faktizitäten
4.1.1.2. Charakterologische Faktizitäten
4.1.1.2.1. Positive Helden
4.1.1.2.2. Negative Helden
4.1.1.3. Konfliktsituative Faktizitäten
4.2. Sekundäre Phase
4.2.1. Strategie des Aktionismus
4.2.2. Strategie der Emotionalisierung/Personalisierung
4.2.3. Strategie der Zersplitterung
4.3. Tertiäre Phase
4.3.1. Strategie der Konformierung
4.3.1.1. Happyend
Bibliographie der Primärliteratur
Bibliographie der zitierten Sekundärliteratur