Fritz Lang – Metropolis und Die Frau im Mond

Guntram Geser
Fritz Lang – Metropolis und Die Frau im Mond
Zukunftsfilm und Zukunftstechnik in der Stabilisierungszeit der Weimarer Republik
183 Seiten, Broschur, mit 29 Abbildungen
EUR(D) 19,90, EUR(A) 21,–, sFr 38,– (jeweils UPE)
2. Auflage 1999
ISBN 3-89048-310-0

Fritz Langs METROPOLIS, heute ein Klassiker der Stummfilmära, war ein gigantischer Flopp, DIE FRAU IM MOND der erfolgreichste Film der Kinosaison 1929/30. Die Filmgeschichtsschreibung hat diese unterschiedlichen Ergebnisse bisher nicht weiter beachtet, dieses Buch erklärt sie, indem es die beiden Filme anhand zahlreicher Materialien in ihren zeitgenössischen Zusammenhang stellt, ihrer Produktion, Vermarktung und Rezeption nachspürt.
Als Musterbeispiele des neuen Genres brachen METROPOLIS und DIE FRAU IM MOND mit der filmischen Phantastik, die zuvor im Kino der Weimarer Republik präsent war. Sie sind Großfilme des Technischen, Produktionen, in denen kinematographische Innovation der Technik der Zukunft ins Zentrum der Darstellung rücken. Mit dem Blick auf die inszenierte Zukunftstechnik geht hier jener auf die Zukunft der Illusionstechnik Film einher, deren Geschichte sich im untersuchten Zeitraum um neue Mittel (“befreite Kamera”, special effects) bereichert und in den Übergang vom Stumm- zum Tonfilm eintritt.
An der Sozialgeschichte der Science Fiction interessierte LeserInnen versetzt dieses Buch in die Stabilisierungszeit der Weimarer Republik, in der diese zwar einen relativen ökonomischen Aufschwung erlebte, ein sozialer Ausgleich jedoch nicht stattfand. METROPOLIS und DIE FRAU IM MOND erweisen sich als ideologische Umschlagplätze, die mit Bildern der technischen Zukunft auf die sich durchsetzende Rationalisierung (Fordismus) und die gespannte politische Situation reagieren. Eine Verortung der beiden Zukunftsfilme innerhalb der technikorientierten literarischen Science Fiction der Jahre 1918 bis 1933 ergänzt deren detaillierte Analyse – die umfangreiche Literaturliste und Quellendokumentationen (mit Anhängen zur Fordismus- und SF-Literatur) laden zur weiteren Beschäftigung mit der Thematik ein.

Inhalt

Einleitung: Zukunftsfilm und Zukunftstechnik in der Stabilisierungszeit der Weimarer Republik
Teil Eins:
Der Film als Phänomenotechnik und Produkt einer Spezialistengemeinschaft
Langs Arbeitsgemeinschaft am Film
Metropolis: Von den “Bildern” des Drehbuchs
…zum Tableau des Films
Deformation und Rezeption: Metropolis und die Parufamet
Teil Zwei:
Siegfried Kracauers Von Caligari zu Hitler und Metropolis
Kollektive Mentalität versus Markt
Soziale und religiöse Elemente
Teil Drei:
Die Zukunft im Heute: Das amerikanische Vorbild
Zur Position des Technischen in Metropolis und Die Frau im Mond
Die Technik in der deutschen Science Fiction-Literatur der Zeit
Teil Vier:
Auf dem Weg in die Medienzukunft
Fritz Lang und die Kluft zwischen Filmtechnik und Stummfilmschauspiel gegen Ende der zwanziger Jahre
Die Frau im Mond und der Tonfilm
Die Filmpropaganda der UFA, ein Raketenprofessor und das Phantasma der Weltraumfahrt
Anhang
Zeitgenössische Literatur zum Fordismus
Deutsche Science Fiction-Literatur 1918-1933
Abbildungs- und Literaturverzeichnis
Film-, Personen-, Sachregister